Der Kampf gegen die Armut


Noch immer liegt die Corona-Situation wie eine schwere Decke über unser aller Gemüter, dazu kommt die Angst um Job, Gesundheit und Freunde und Familie. Gerade in der LGBTQ-Community zeigt sich immer mehr, wie schwierig die Situation gerade auch für Künstler und Kreative ist.

Dabei sollte man eines nicht gänzlich vergessen – im Vergleich zu vielen anderen Ländern geht es den meisten Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch relativ gut. Die junge Schweizerin Anja Fabienne Tatjana Brändli konnte so irgendwann nicht mehr einfach nur zusehen, sie gründete in einem der beliebtesten Urlaubsorte für LGBTQ-Menschen, auf der indonesischen Bali, die Sun Suko Foundation.

Anja Fabienne Tatjana Brändli

Gegenüber dem MyGay Magazine begründet sie ihre Entscheidung so: „Angefangen hat alles mit der Corona-Krise und der sich zuspitzenden kritischen Situation für die lokale Bevölkerung auf Bali. Das Leben ist, wie fast überall, für einige Monate zum Stillstand gekommen und viele tausende Menschen, die vom Tourismus abhängig sind, haben ihre Arbeit verloren. Die Armut, die schon immer da war, wurde meistens übersehen. Trotz der sozialen und unterstützenden Gemeinschaft gibt es viele Menschen, die so arm sind, dass sie nur von einem Tag zum nächsten leben können und oftmals auch gar nichts zu essen haben.“

Neben der humanitären Katastrophe berührte Brändli auch die Situation der Straßenhunde, deren Anzahl rapide anstieg. So kam ihr schließlich die Idee, beides miteinander zu kombinieren: „Wir wollen uns um die Kranken kümmern, die Hungrigen nähren und für die alten und einsamen Menschen da sein. Sie alle sollen wissen, dass jemand für sie da ist! Gleichzeitig wollen wir auch den Straßentieren helfen. Wir bringen sie in die Klinik, wo sie behandelt, gefüttert, sterilisiert und sozialisiert werden, sodass ihre Chancen auf eine Adoption steigen.“


Bis heute konnte die Schweizerin bereits über 900 Essenspakete an hungrige Familien verteilen. Täglich füttert sie und ihre ehrenamtlichen Helfer auch rund 150 Straßenhunde. Rund 200 Hunde und Katzen konnte sie schon gesund pflegen beziehungsweise sich um die Tiere adäquat kümmern. Langfristig will sich die junge Frau noch stärker für die Menschen und Tiere auf Bali einsetzen. Geplant ist auch ein eigenes Tierheim.

Um weiterhin den Einheimischen und den Tieren helfen zu können, bittet Anja Fabienne Tatjana Brändli um Hilfe – jeder Euro ist herzlich willkommen: „In unserem Netzwerk haben wir auch Familien, für deren Kinder wir uns eine monatliche Patenschaft zur Deckung des Schulgeldes und der Schuluniformen wünschen würden. Bali ist noch immer eine Insel der Dritten Welt, auf der viele Menschen in extremer Armut leben, ohne Bildung, ohne angemessene Unterkunft und ohne sauberes Wasser, ganz zu schweigen von Geld für die Ernährung und den Kauf von Kleidung und Schuhen für ihre Kinder.“


Jede Spendensumme kommt zu 100 Prozent direkt vor Ort an. Die Schweizerin informiert auch über Facebook und Instagram sowie alle drei Monate in einem detaillierten Bericht darüber, wie die Spenden verwendet wurden. Gespendet werden kann direkt via PayPal – weitere Informationen gibt es auch auf Facebook sowie auf der Instagram-Seite der Sun Suko Bali Foundation.

Autor: Joe Heinrich

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